Viel Motorenschrott im 125 ccm Bereich u. deren Aufbereitung zu Austauschmotoren.

Die MZ-125 cm Motoren galten lange Zeit als die tech.bestkonstruierten Motoren im 125 ccm Bereich. Dies können wir in unserer 15 jährigen MZ-Erfahrung äußerst bestätigen, da wir zu den MZ-Produktionszeiten keine Kunden hatten mit Motorschäden und weit über 50.000 Km damit geschafft haben. Vor allem unsere beste Fahrschule im Kreis hatte in den Jahren 2000 bis 2008, 5 Stck. neue RT-125 gekauft, die im Schnitt alle 30.000 Km im Jahr gefahren wurden, die letze sogar 55.000 Km und das ohne Motorschäden und bis zum heutigen Tag immer noch im Betrieb sind. Also ein perfektes Motorrad und Motor bei dem man mit Stolz sagen kann: das war noch „Made in Germany“

Asiatische Motorradmarken in diesem 125er Bereich hätten aus Qualitätsgründen diese hohen Kilometerleistungen nie erreicht.

Deshalb ist es umso erschreckender die derzeit hohe Zahl der angebotenen MZ-125 ccm Motoren mit Motorschäden. Vor allem ist der tech. und optische schlechte Zustand wie diese Motoren angeliefert werden als Schrott zu bewerten. Leider hat die Generation “ Keine Ahnung“ hier das geschafft was wir Jahre zuvor bei diesem Motor nicht für möglich gehalten haben. Also bleibt uns nichts anderes übrig, von Zeit zu Zeit  solche Motoren für den kpl. Neuaufbau von Austauschmotoren aufzukaufen, da es immer noch eine hohe Zulassungszahl an MZ-125 in ganz Europa gibt.

Bei allen bisherigen Erkenntnissen sind Pleuellagerschäden die Ursache , wobei auch die anderen beweglichen Motorenteile, Lager, Kolben, Hartchromlauffläche der Zylinder durch die Auflösung der Pleuellagerschalen stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch Ventilschäden durch aufschlagen der Ventilteller auf den Kolben bei auflösendem Pleuellager sind keine Seltenheit.

Man beachte es handelt sich um einen Motor mit moderner Kurbelwellen-Gleitlagerung mit Dreistofflagerschalen, die in Zeiten der MZ-Motorproduktion nicht käuflich waren, da an eine frühzeitige Motorrevidierung nicht gedacht wurde.

Warum gerade die Pleuellagerschalen sich auflösen, dazu gibt es mehrere Ursachen.

Erster Fehler sind mangelhafte Wartung, bzw. Schlampereien beim pflichtmäßigen Oel und Oelfilterwechsel  alle 5-6000 Km. Der Oel und Filterwechsel spült  den Metallabrieb aus dem Motor und hält somit die Oelkanäle frei. Zweiter Fehler war und ist immer noch im Internet zu lesen, wie kann ich mit meiner MZ auf dem Hinterrad fahren? Das durch solche Aktionen die Oelversorgung vom Saugrüssel der Oelpumpe nicht mehr gewährleistet ist, daran hat keiner gedacht. Der dritte Fehler hat mit dem geöffneten Benzinhahn bei Fahrzeugstillstand zu tun. Dieser muß unter allen Umständen bei Fahrzeugstillstand geschlossen werden, da sonst Benzin über die  Vergaserschwimmerkammer in den Ansaugtrackt ins Motoroel gelangt. Die Folge ist verdünntes Motoroel was keinerlei Schmierung besitzt. Dieses Phänomen haben wir des öfteren in unserer Werkstatt beim Oelwechsel erlebt. Das mit Benzin versetzte Motoroel stinkt fürchterlich, auch die Oelinhaltsmenge war vergrößert. Auch haben wir bei div. Fahrzeugen und abgebautem Tank festgestellt das trotz geschlossenem Benzinhahn dieser tropft. Bei dieser Situation sollte sofort ein neuer Benzinhahn eingebaut werden.

Bei dem Oelwechselvorgang werden beide Oelablassschrauben geöffnet, wobei die kleine Ablassschraube ein Stiftmagnet besitzt bei dem sich die Metallspäne aus dem Motoroel sammeln.

Spätestens bei diesem Service und Sichtkontrolle, Metallpilz am Magnet, erkennt man einen sich anbahnenden Motorschaden. Dann wird es Zeit den Motor zu öffnen.Der Abrieb der organischen Kupplungsscheiben und die Auflösung der Dreistofflagerschalen in der Kurbelwelle auf Dauer, verstopft die Zulaufbohrungender Oelkanäle für die Versorgung der Kurbelwelle und anderen beweglichen Teilen.

Das Resultat ist dann ein verminderter Oeldruck bzw. kurzeitig überhaupt keine Schmierung, die Folge ist der totale Motorkollaps.

Dies war auch der Grund die Kurbelwellenpleuellagerung auf ein Nadellager umzustellen. Dies bewirkt aus unserer Erfahrung auf Dauer eine höhere Zuverlässigkeit der Kurbelwelle und dessen Oelschmierung, da auch bei verstopften Oelbohrungen die Pleuellagerung immer noch durch das Schleuderoel der Kurbelwelle profitiert.

Sehen sie hier in der ersten Galerie die Schäden in den Motoren und in der weiteren Bilderserie den enormen Materialaufwand und Aufbau von Austauschmotoren.

Detailierte Fortsetzung folgt!

Nach der Reinigung, Vermessung und Begutachtung aller Motorenteile hier die Bilder-Galerie über den Aufbau vom Austauschmotor. Der kpl. Preis im Jahr 2016-17 des Austauschmotorsliegt je nach Beschädigung bei einem Mindestpreis von: 2.500,- Euro, kann aber auch auch höher sein. Siehe dazu die Details unter MZ-Verschleißteile 125 ccm / Unterrubrik/Austauschmotor